Ich bin unter den Top 3 des Mut Maker Awards 2026, powered by Tijen Onaran

Diese Nachricht musste ich mehrmals lesen, bis ich realisiert habe, dass sie wirklich wahr ist!

Von rund 500 Bewerbungen als Finalistin in der Kategorie „Mut trifft Aufstieg“ ausgewählt zu werden ist für mich nicht nur eine große Ehre. Es ist auch eine besondere Wertschätzung – für meinen Weg und stellvertretend für viele Erstakademiker:innen, soziale Aufsteiger:innen und Menschen mit Zuwanderungs- oder Migrationsgeschichte.

Ich bin in Georgien in den 90ern in Armut aufgewachsen. Im Winter war es in unserer Wohnung oft kalt. Ich bin nicht selten hungrig zur Schule gegangen. Bücher habe ich mir ausgeliehen, weil wir uns keine eigenen leisten konnten. Meine Schuhe wurden immer wieder repariert, und trotzdem saß ich oft mit nassen Füßen im Unterricht.

Und dennoch war ich Klassenbeste.

Als ich später nach Deutschland kam, wurden die Herausforderungen nicht kleiner. Ich musste mit 23 Jahren eine völlig neue Sprache lernen, mich in einer Kultur zurechtfinden, die mir fremd war, und meinen Platz in einer Gesellschaft finden.

Ich hatte oft das Gefühl: Solange ich fleißig war und mich anpasste, war ich willkommen. Doch sobald es um Verantwortung, Sichtbarkeit oder Aufstieg ging, war ich plötzlich nicht mehr „passend“, nicht elitär genug, nicht ausreichend vernetzt oder einfach nicht das Bild, das viele von einer Führungskraft hatten.

Auch später begegneten mir Zweifel. Als ich neben meinem Beruf und mit Kind promovieren wollte, sagte mir ein Professor, Frauen würden so etwas ohnehin nicht schaffen. Für andere war ich „auch noch eine Ausländerin“ dazu 😅

Umso dankbarer bin ich für all die Menschen, die an mich geglaubt haben. Menschen, die mein Potenzial gesehen, mich ermutigt und auf meinem Weg begleitet haben ✨

Ihnen verdanke ich, dass ich immer wieder aufgestanden bin und meinen Weg gegangen bin.

Heute als promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin. Als soziale Aufsteigerin. Als Erstakademikerin. Als Enkelin einer Frau, die selbst nicht einmal zwei Jahre lang zur Schule gehen durfte.

Genau deshalb bedeutet mir diese Nominierung so viel.

Ich sehe sie nicht nur als Auszeichnung für mich, sondern als Zeichen für all die Menschen, die trotz schwieriger Startbedingungen ihren Weg gehen, Rückschläge überwinden und niemals aufgeben. (Schaut gerne auch bei MY GEORGIA Women -Karrierenetzwerk internationaler Frauen vorbei 🤩).

Mein herzlicher Dank gilt Tijen Onaran und der hochkarätigen, unabhängigen Jury für diese besondere Anerkennung und dafür, dass sie mich in TOP 3 für das Finale ausgewählt haben.

Am 29. Oktober gibt es dann die Auszeichnung der Gewinner:innen 🎉

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Vielfalt, Zugehörigkeit und Netzwerke