Warum mich Gründungsberatung bis heute begeistert
Als Jurorin beim Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) bewerte ich regelmäßig Businesspläne und ich kann ehrlich sagen: Diese Aufgabe macht mir große Freude. Denn sie verbindet vieles von dem, was mich beruflich seit Jahren begleitet: Unternehmertum, Strategie, Sichtbarkeit und die Frage, wie aus einer Idee ein tragfähiges Geschäftsmodell werden kann.
Wie mein Blick auf Unternehmertum entstanden ist
Das Thema Gründung hat mich schon sehr früh fasziniert. Aufgewachsen bin ich mit dem Eindruck, dass Selbstständigkeit für viele Familien nicht nur eine berufliche Option, sondern eine Notwendigkeit sein kann. In Georgien war sie in den 1990er-Jahren für viele Eltern oft der einzige Weg, den Lebensunterhalt zu sichern. Wir Kinder waren mittendrin, haben mitangepackt, beobachtet, unterstützt und erlebt, wie Unternehmertum im Alltag gelebt wird, oft pragmatisch, improvisiert und ohne das Vokabular, das wir heute aus der Startup-Welt kennen.
Rückblickend hat genau diese Zeit mein unternehmerisches Denken geprägt. Vielleicht war damals nicht alles strategisch geplant oder strukturiert, aber es ging um Eigeninitiative, Verantwortung, Kreativität und den Mut, ins Handeln zu kommen. Diese Erfahrungen haben mein „Entrepreneurial Mindset“ nachhaltig beeinflusst.
Warum ich zu Women’s Entrepreneurship promoviert habe
Die Faszination für Gründung und unternehmerisches Handeln hat mich schließlich auch wissenschaftlich begleitet. Einer der Gründe, warum ich zum Thema Women’s Entrepreneurship promoviert habe, war die Überzeugung, dass Unternehmerinnen einen wichtigen Beitrag für Gesellschaft und Wirtschaft leisten – und dass ihre Perspektiven mehr Sichtbarkeit verdienen.
Spätestens nach meiner Forschungsarbeit, für die ich 42 Gründerinnen und Unternehmerinnen interviewt habe, war für mich klar: Unternehmerinnen gestalten Märkte, schaffen Arbeitsplätze, entwickeln Lösungen und bringen wichtige Impulse in Wirtschaft und Gesellschaft ein. Gleichzeitig stehen viele von ihnen vor Herausforderungen, die in klassischen Gründungsnarrativen oft zu wenig Beachtung finden.
Von der Forschung in die Praxis: Gründungsberatung für zugewanderte Frauen
Nach meiner Promotion war für mich schnell klar, dass ich mein Wissen nicht ausschließlich in der Forschung belassen möchte. Ich wollte in die Praxis gehen – dorthin, wo Ideen entstehen, Unsicherheiten auftauchen und unternehmerische Vorhaben konkrete Unterstützung brauchen. Deshalb habe ich als selbstständige Gründungsberaterin gearbeitet, insbesondere mit zugewanderten Frauen.
Diese Arbeit hat mich sehr geprägt. Die Begeisterung, mit der viele Gründerinnen ihre Ideen verfolgen, ihre Visionen formulieren und neue Wege gehen, hat mich immer wieder beeindruckt. Gleichzeitig konnte ich meine eigene Perspektive als Migrantin in die Beratung einbringen und damit eine interkulturelle Sichtweise stärken, die mir bis heute wichtig ist. Gerade mit Frauen aus sogenannten „Emerging Economies“ gab es viele Berührungspunkte – in den Erfahrungen, in den Herausforderungen, aber auch in den Ressourcen, die sie mitbringen.
Warum interkulturelle Perspektiven in der Gründungsberatung wichtig sind
Als ich begonnen habe, kultursensible und migrationssensible Perspektiven in die Gründungsberatung einzubringen, wurde das nicht immer sofort als notwendig angesehen. Nicht selten begegnete mir Skepsis – nach dem Motto: „Kultursensible Gründungsberatung braucht es doch nicht.“
Ich bin trotzdem drangeblieben. Und heute weiß ich – auch durch meine Arbeit als Diversity-Trainerin – umso klarer, wie wichtig genau dieser Blick ist.
Gute Gründungsberatung in einer vielfältigen Gesellschaft bedeutet für mich, unterschiedliche Lebensrealitäten, soziale Prägungen und kulturelle Perspektiven mitzudenken. Denn Menschen gründen nicht im luftleeren Raum. Sie bringen unterschiedliche Erfahrungen mit, verstehen Märkte unterschiedlich, kommunizieren verschieden, verfügen über unterschiedliche Netzwerke und bewegen sich unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Sprachliche Hürden, kulturelle Prägungen, familiäre Verantwortung oder Fragen der Sichtbarkeit spielen dabei eine wichtige Rolle – ebenso wie die Frage, welche Unterstützung überhaupt zugänglich ist.
Meine Stärke: Strategie, Marktverständnis und Positionierung
Neben meiner wissenschaftlichen und beratenden Arbeit hat mich auch mein berufsbegleitendes Masterstudium in Management, Marketing & Sales geprägt. Dieses Wissen fließt bis heute in meine Arbeit mit Gründer:innen ein – besonders dann, wenn es darum geht, Ideen marktfähig zu machen und aus einem Vorhaben ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln.
Dazu gehören für mich unter anderem folgende Fragen:
Welche Märkte sind für das Vorhaben relevant?
Wie lassen sich Kund:innen gezielt gewinnen und langfristig binden?
Welche Vertriebs- und Kommunikationskanäle passen wirklich zum Angebot?
Wie gelingt eine klare Positionierung als Unternehmer:in?
Welche Netzwerke sind strategisch wichtig – und wie wird das eigene Angebot sichtbar?
Genau an dieser Schnittstelle arbeite ich besonders gern: zwischen unternehmerischer Idee, strategischer Entwicklung, Marktorientierung und den Menschen hinter dem Business.
Warum ich meine Rolle als BPW - Jurorin so schätze
Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich meine Rolle als Jurorin beim Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg so gern ausübe. Mich begeistert es, wenn Gründer:innen ihre Ideen weiterdenken, Strukturen entwickeln, ihre Zielgruppen schärfen und aus einer Vision ein tragfähiges Geschäftsmodell formen.
Businesspläne zu lesen bedeutet für mich nicht nur, Zahlen und Konzepte zu bewerten. Es bedeutet auch, Potenziale zu erkennen, strategische Ansätze zu reflektieren und zu sehen, wie unterschiedlich Unternehmertum gelebt werden kann. Genau diese Vielfalt macht die Arbeit so spannend.
Unternehmertum, Strategie, Sichtbarkeit und Empowerment
Was mich bis heute antreibt, ist genau diese Verbindung: Unternehmertum, Strategie, Sichtbarkeit und Empowerment. Ich arbeite gerne mit Menschen, die Ideen entwickeln, etwas gestalten wollen und nach Wegen suchen, ihre Vision professionell, marktorientiert und authentisch umzusetzen.
Wenn Sie auf der Suche nach einer qualifizierten Gründungsberatung sind und Ihr Vorhaben strategisch weiterentwickeln möchten, freue ich mich über Ihre Nachricht an info@lela-griessbach.de.