Future Skills und Female Leadership
Manche Momente tragen eine besondere Energie in sich – weil sie weit über einen einzelnen Auftritt hinausgehen. Einer dieser Momente war für mich unser Panel auf der FEMWORX im April 2026.
Dort saßen wir auf der Bühne: meine wunderbaren Speakerin-Kolleginnen Lilian Gehrke-Vetterkind, Janine Tychsen und ich begleitet von unserer großartigen Moderatorin Susann Schmelzer. Vier Frauen, die Monate zuvor in einer grauen Berliner Novembernacht zusammensaßen, Ideen bewegten und entschieden: Wir bewerben uns bei der FEMWORX.
Und plötzlich war er da – dieser Moment, auf den wir hingearbeitet hatten.
Unser Thema hätte aktueller kaum sein können: Von Selbstführung zu Leadership: Wie Frauen mit Future Skills die Arbeitswelt von morgen gestalten.
Warum gerade jetzt ein neues Verständnis von Führung gefragt ist
Die Arbeitswelt befindet sich im Umbruch. Technologischer Wandel, Künstliche Intelligenz, neue Formen der Zusammenarbeit, Unsicherheit, Komplexität und Veränderungsdruck prägen unseren Alltag. Inmitten dieser Dynamik rücken Fähigkeiten in den Vordergrund, die lange unterschätzt wurden, obwohl sie schon immer entscheidend waren: Beziehungsfähigkeit, Kommunikationsstärke, Resilienz, Fehlerkompetenz, Selbstreflexion, Mut uvm. Heute sprechen wir dabei von Future Skills. Über viele Jahre wurden genau diese Kompetenzen häufig als „Soft Skills“ abgetan – als nette Ergänzung zu vermeintlich wichtigeren, härteren Fähigkeiten. Doch diese Einordnung greift längst zu kurz. Denn in einer Arbeitswelt, die zunehmend von Unsicherheit, Vernetzung und Wandel geprägt ist, werden genau diese Fähigkeiten zu echter Führungskompetenz.
Future Skills sind keine „Frauenkompetenzen“, aber Frauen bringen viel Erfahrung darin mit
Wichtig ist mir dabei eines: Future Skills sind kein Gender-Thema. Beziehungsfähigkeit, Resilienz, Kommunikationsstärke oder Fehlerkompetenz sind nicht „typisch weiblich“. Es sind menschliche Fähigkeiten und sie sollten von allen Menschen entwickelt und wertgeschätzt werden.
Gleichzeitig lohnt sich ein genauerer Blick darauf, warum viele Frauen in genau diesen Kompetenzen besonders stark sind. Nicht, weil sie damit geboren wurden. Sondern weil sie sie über Jahre hinweg entwickeln mussten.
Frauen haben sich über Generationen hinweg in Strukturen bewegt, die nicht für sie gemacht waren. Sie mussten sich anpassen, aushandeln, zwischen Erwartungen navigieren, Widersprüche aushalten, Widerstände überwinden und dennoch handlungsfähig bleiben. Das ist kein Talent, sondern Training. Eine gelernte und gelebte Form von Überlebens- und Gestaltungskompetenz.
Diese Erfahrungen haben viele Frauen stark gemacht und zugleich Spuren hinterlassen.
Was mich an diesem Nachmittag besonders berührt hat
Neben allen inhaltlichen Impulsen war es vor allem ein Gefühl, das diesen Nachmittag für mich besonders gemacht hat: Verbundenheit.
Jede einzelne Frau in diesem Raum stand nicht nur für sich selbst. Sie stand auch für die Frau neben sich und diese wiederum für die nächste. Da war ein starkes Bewusstsein dafür, dass Sichtbarkeit, Mut und Entwicklung nicht nur individuelle Themen sind, sondern kollektive Kraft entfalten können.
Diese Erfahrung hat mich daran erinnert, wie wichtig es ist, einander zu stärken, Räume zu öffnen und gemeinsam zu gehen – gerade in Zeiten des Wandels.